Ich will wol von wibes gvete

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Sieben Lieder des Minnesängers Von Obernburg mit Melodien von Frank S. Wunderlich

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ISBN: 978-3-927240-71-1 Artikelnummer: IWW Kategorie: Schlagwörter: , ,

Beschreibung

Entdecke mit “Ich will wol von wibes gvete” die faszinierende Welt des Minnesängers Von Obernburg. Dieses Werk präsentiert sieben mittelalterliche Lieder, kunstvoll neu vertont von Frank S. Wunderlich, und eröffnet Dir Zugang zu einer Epoche, in der Poesie und Musik in einzigartiger Weise verschmolzen. Genieße die tiefe Emotionalität und die kunstvolle Struktur dieser historischen Kompositionen, die Dich direkt ins Herz des mittelalterlichen Minnesangs führen.

“Ich will wol von wibes gvete”: Einführung in den Minnesang

Der Minnesang gehört als fester Bestandteil zum landläufigen Mittelalterbild. Die einstimmige Liedkunst des Minnesangs nimmt in der Musik jener Zeit eine hervorragende Stellung ein und ist weitgehend nur als Leselyrik überliefert.

Die Faszination historischer Musik

Der Minnesang ist weitgehend nur als Leselyrik vor allem durch die großen Sammelhandschriften überliefert, wie z. B. in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, zusammengestellt in Zürich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Mystik und Anonymität des Von Obernburg

An biographischen Daten der meisten Minnesänger ist kaum etwas bekannt. Dieses Schicksal teilt der Von Obernbvrg mit vielen seiner Dichterkollegen. Sein schmales Werk, das insgesamt 20 Strophen auf sieben Liedern verteilt umfasst, ist nur in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, überliefert.

Der Ursprung eines unbekannten Minnesängers

Woher der Minnesänger stammte, ist ungewiss. Über seine Herkunft gibt es mehrere Vermutungen. Die Stadt Obernburg am bayerischen Untermain, südlich von Aschaffenburg, wäre denkbar, aber auch die Obernburg im nordhessischen Gudensberg. Eine weitere Möglichkeit ist, ihn in die Reihe der Schweizer Minnesänger einzuordnen und ihn mit dem Ort Oberburg im Kanton Bern in Verbindung zu bringen.

Die musikalische Umsetzung der Minnelieder

Die Melodien (wise) in “Ich will wol von wibes gvete” sind alle durchgehend in den im Mittelalter gebräuchlichen sogenannten Kirchentonarten geschrieben. Für eine angemessene Instrumentalbegleitung sind die Vertonungen mit Harmoniebezeichnungen als Hilfe für eine vorsichtige Harmonisierung beigegeben.

Authentische Textwiedergabe und musikalische Notation

Die Texte (wort) sind entnommen aus: Die große Heidelberger Liederhandschrift in getreuen Textabdruck, hrsg. von Friedrich Pfaff, 2. verb. und erg. Aufl. bearb. von Hellmut Salowsky, Heidelberg 1995. Hinsichtlich einiger Korrekturen am Text folge ich der Carl von Kraus herausgegebenen Textausgabe: Deutsche Liederdichter des 13. Jahrhunderts.

Tauche ein in die Welt der historischen Musik

Mit “Ich will wol von wibes gvete” erwirbst Du nicht nur ein Stück Musikgeschichte, sondern auch ein fundiertes Werk, das durch akribische Forschung und detailgetreue Reproduktion besticht. Dieses Produkt lädt dazu ein, die tiefen kulturellen Wurzeln und die künstlerische Vielfalt des Minnesangs zu erkunden und zu erleben.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,110 kg
ISBN-13 978-3-927240-71-1
GTIN 9783927240711
Seiten 20
Format A4
Produktsprache Deutsch

Vorwort

Der Minnesang gehört als fester Bestandteil zum landläufigen Mittelalterbild. Die einstimmige Liedkunst des Mittelalters nimmt in der Musik jener Zeit eine ganz hervorragende Stellung ein. Leider sind uns zu den überlieferten Liedtexten nur wenige Melodien erhalten. Insgesamt ist die Zahl der Handschriften, die Melodien enthalten, auffallend gering.

Der Minnesang ist weitgehend nur als Leselyrik vor allem durch die großen Sammelhandschriften überliefert, wie z. B. in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, zusammengestellt in Zürich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. An biographischen Daten ist von den meisten Minnesängern kaum etwas bekannt. Zahlreiche Autoren sind weder urkundlich noch regional einzuordnen und die Handschriften bieten keine zusätzlichen Informationen zu den jeweiligen Personen.

Dieses Schicksal teilt der Von Obernbvrg mit vielen seinen Dichterkollegen. Sein schmales Werk, das sieben Liedern mit insgesamt 20 Strophen umfaßt, ist nur in der oben erwähnten Prachthandschrift überliefert. Wie bei vielen anderen Autoren verzichtet der Schreiber der Handschrift auch bei ihm auf die Nennung eines Vornamens und auf das Höflichkeitsattribut „her“. Ebenso fehlt ein mögliches Wappen in der Miniaturzeichnung.

Woher der Minnesänger stammte ist ungewiß. Über seine Herkunft gibt es mehrere Vermutungen.

Einige Forscher (u.a. Friedrich Heinrich von der Hagen) meinen ihn in den Kreis steirischer Minnesänger in den südlichen Sanntaler Alpen nach dem Ort Ober(n)burg, dem heutigen Gornji Grad in Slowenien, einordnen zu können.

Eine andere Theorie möchte ihn in Obernberg am Inn (Oberösterreich) zwischen Salzburg und Passau beheimatet wissen.

Die Stadt Obernburg am bayerischen Untermain, südlich von Aschaffenburg, wäre ebenfalls denkbar. Allerdings ist unser Minnesänger nicht nach den im Mittelalter gebräuchlichen Namen des Ortes „Oboronburc“ oder später dann „Obrinburg“ benannt.

Die Obernburg im nordhessischen Gudensberg in der Nähe von Kassel, Sitz der Grafen von Nordhessen bis 1277, könnte ebenso die Heimat des Sängers gewesen sein.

Eine weitere Möglichkeit ist, ihn in die Reihe der Schweizer Minnesänger einzuordnen und ihn mit dem Ort Oberburg im Kanton Bern in Verbindung zu bringen. Walter Leuenberger, ein Heimatforscher dieser Region, nimmt an, daß der Minnesänger Von Obernburg ein kiburgischer Ministeriale (z.B. Johann von Obernburg, genannt Weinmann, um 1240) war.

Das Fehlen des Wappens und ebenso die demütig kniende Haltung in der Miniatur gegenüber einer adligen Dame deutet darauf hin, dass der Minnesänger nicht dem Ritterstande zugehörig ist, sondern offenbar ein Dienstmann (ministerialis) war, ein Verwaltungsbeamter und dem niederen Dienstadel zuzurechnen wäre.

Sämtliche Versuche, ihn aufgrund sprachlicher, d.h. dialektaler Merkmale, regional einzuordnen, sind nicht stichhaltig, denn seine Sprache ist rein, ohne mundartliche oder regionaltypische Sprachspuren. Auch befinden sich in seinen Texten keine Orts- oder Personenangaben, Anspielungen auf historische Ereignisse, die eine zeitliche Einordnung ermöglichen würden. Nur formale Indizien sprechen dafür, daß seine Lieder nicht vor der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sind.

Allerdings sind seine Lieder von hoher Qualität und bezeugen sein hohes Können:

„Die Verwendung des Refrains, die Freude an Wortspielen sowie vor allem die Beherrschung kunstvoller Reimtechniken weisen den Obernburg als begabten Formkünstler aus.“
(Renate Hausner)

Die Melodien (wise) sind alle durchgehend in den im Mittelalter gebräuchlichen sogenannten Kirchentonarten geschrieben: Dorisch, Hypodorisch, Hypophrygisch, Hypolydisch, Hypomixolydisch usw. Für eine angemessene Begleitung zum Beispiel auf der Harfe sind diesen Vertonungen wegen der für manche Instrumentalisten ungewohnten Tonarten Akkordbezifferungen als Hilfe für eine vorsichtige Harmonisierung beigegeben. Die Buchstabensymbole orientieren sich am heute gebräuchlichen tonalen Dur-moll-System.

Die Texte (wort) sind entnommen aus: Die große Heidelberger Liederhandschrift in getreuen Textabdruck, hrsg. von Friedrich Pfaff, 2. verb. und erg. Aufl. bearb. von Hellmut Salowsky, Heidelberg 1995.

Hinsichtlich einiger Korrekturen am Text folge ich der Carl von Kraus herausgegebenen Textausgabe: Deutsche Liederdichter des 13. Jahrhunderts. Bd. I: Text, Bd. II, Kommentar, besorgt von Hugo Kuhn, 2. Aufl., durchgesehen von Gisela Kornrumpf, Tübingen 1978.

Beim Abdruck sind nur einige eindeutige Fehler und Entstellungen konjiziert. Ergänzungen sind durch runde Klammern angezeigt. Wenn ein auslautendes e vor einen anlautenden Vokal tritt, verliert er meistens seinen Silbenwert, d. h. er wird elidiert. Bei verkürzten Textzeilen können Silben ausfallen, diese werden mit einem + vor der Textzeile bezeichnet.

Frank S. Wunderlich

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Sich froeit der svessen sumerzit
  3. Vns tuot der winter aber leide
  4. Ich wil
  5. Diu hohe froeide an wiben lit
  6. Ich wil wol von wibes gvete
  7. Ir minneklich
  8. Ich bin in min herze wunt
  9. Anhang: Punctum (Pünktchen)
  10. Anmerkungen & Danksagung

Autor:in

Frank S. Wunderlich

Frank S. Wunderlich ist eine faszinierende Persönlichkeit, die tief in die Welt der mittelalterlichen Musik eingetaucht ist. Geboren 1960 in Gießen/Oberhessen, begann seine musikalische Reise als Knabensopran bei den “Pueri Cantores St. Bonifatius” in Gießen. Diese Erfahrung legte den Grundstein für seine spätere Liebe zur mittelalterlichen Musik.

Frank verbrachte ein Jahr in einem Zisterzienserkloster, wo die tägliche Pflege des altehrwürdigen Zisterzienserchorals seine Leidenschaft für mittelalterliche Musik weckte. Nach seinem Abitur studierte er Philosophie, Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt am Main und Würzburg. 1986 schloss er sein Studium in Katholischer Theologie erfolgreich ab.

Seit 1988 lebt Frank am Untermain, zuerst in Großheubach und jetzt in Lützelbach. Seine Liebe zur mittelalterlichen Musik blieb ungebrochen, und er vertiefte sein Wissen in speziellen Kursen. Frank ist nicht nur ein Liebhaber der mittelalterlichen Musik, sondern auch ein aktiver Teil dieser Szene.

Er war Mitbegründer der Gruppe “Vogelfrey und unvuortzaget” im Jahr 1995 und spielte ab 2001 in kleineren Besetzungen wie “Bluomenrot” oder “Vrouwenheide”. Darüber hinaus veröffentlichte er verschiedene Liederzyklen von Minnesängern, darunter den des Minnesängers Von Obernburg aus dem 13. Jahrhundert.

Frank’s Diskographie ist beeindruckend und spiegelt seine Hingabe zur mittelalterlichen Musik wider. Er hat an zahlreichen Aufnahmen teilgenommen und wurde 2005 zum Minnesänger des Jahres gekürt. Seine musikalische Reise führte ihn zu verschiedenen Orten, darunter Schloss Spangenberg, Burg Falkenstein im Harz und Burg Trifels in der Pfalz, wo er die Schönheit mittelalterlicher Musik zelebrierte.

Seine tiefe Verbundenheit zur mittelalterlichen Musik geht jedoch weit über seine Karriere hinaus. Frank ist Dekanatsbeauftragter für Liturgie und Kirchenmusik und leitet eine Choralschola. Die mittelalterliche Musik ist nicht nur ein beruflicher Aspekt, sondern auch ein persönlicher Ausgleich zu seinen anderen Aufgaben.

Frank S. Wunderlich findet in der mittelalterlichen Musik eine innere Kraft, die die alten Melodien innewohnt. Seine leidenschaftliche Hingabe und sein tiefer Respekt für diese musikalische Tradition machen ihn zu einer bedeutenden Figur in der Welt der mittelalterlichen Musik.