Rohrblattbau für Dudelsäcke

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Aufschlagende Rohrblätter für Dudelsäcke mit zylindrischer Melodiepfeife

Vorrätig

ISBN: 978-3-927240-73-5 Artikelnummer: RBB Kategorie:

Beschreibung

Wenn man sich in der Sackpfeifen-Literatur nach Informationen zum Thema Rohrblattbau umsieht, kann man feststellen, dass das wichtige Thema der Erzeugung und Stimmung einfacher aufschlagender Rohr­blätter bis jetzt nur sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Zwar findet man gerade auch im Internet eine Fülle an Informationen, aber eine ausschließliche und kompetente Behandlung dieser Problematik sucht man vergebens.

Diese Lücke möchte diese neue Broschüre nun schließen. Die neue Publikation aus der Werkstatt des Autorenduos Pavel Cíp und Rudolf F. Klapka (‚Dudelsäcke in Böhmen, Mähren und Schlesien‘) greift ein Thema auf, das nicht nur Bockspieler, sondern jeden Musiker, der eine Sackpfeife mit einfachen aufschlagenden Rohr­blättern spielt, interessieren wird. Gemeint sind hier Sackpfeifen mit zylindrischer Bohrung der Melodiepfeife wie z.B. Böcke, Säckpipa, Torupill, Gajda usw. sowie natürlich auch Dudelsäcke die einfache Rohrblätter in ihren Bordunen verwenden.

Das Heft enthält auf insgesamt 48 Seiten mit detaillierten Anleitungen und vielen technischen Zeichnungen genaue Maßangaben für die Herstellung und Stimmung aufschlagender Rohrblätter für Spielpfeifen in den gebräuchlichen Tonarten ‘Es‘, ‘F‘, ‘G‘ und ‘B‘. Dabei wird gesondert zwischen blasebalg­gespielten und mundgeblasenen Sackpfeifen unterschieden.

Techniken und Problematik der Herstellung, Stimmung und Reparaturen solcher Einfach-Rohrblätter werden praxisnah behandelt. Eine Auflistung möglicher Störungen und Anleitungen zu ihrer Behebung sollen es ermöglichen, die Rohrblätter auf die jeweiligen Pfeifen anzupassen. Dieses Büchlein möchte ein unverzichtbarer Begleiter und Ratgeber sein, der in keiner Hobbywerkstatt und in keinem Instrumentenkoffer fehlen sollte.

Pavel Cíp, bekannter und renommierter Instrumentenbauer aus Tschechien, startet mit diesem ersten Band eine Reihe von Musikinstrumenten-Bauanleitungen mit detaillierten Beschreibungen und technischen Zeichnungen. Geplant sind bereits Bauanleitungen für eine Mittelaltersackpfeife mit zylindrischer Bohrung der Melodiepfeife (ein einfacher und leiserer Vorfahre konisch gebohrter Marktpfeifen) und für den so genannten ‚Königlichen Dudelsack‘ (Rekonstruktion nach einer Illustration in der mittelalterlichen Liedersammlung ‚Cantigas de Santa Maria‘ aus dem 13. Jahrhundert).

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,130 kg
ISBN-13 978-3-927240-73-5
GTIN 9783927240735
Seiten 48
Format C5
Produktform Buch
Produktsprache Deutsch

Vorwort

Liebe Leser, Sie halten den 1. Band einer neuen Serie von Büchern in Ihren Händen, die verschiedene Techniken und Bauanleitungen aus dem langjährigen Erfahrungsschatz des Instrumentenbauers Pavel Číp beinhalten werden. In den folgenden Bänden werden nicht nur Dudelsäcke, sondern auch andere »vergessene« Instrumente beschrieben und detaillierte Anleitungen zu ihrem Bau veröffentlicht. Es liegt nur noch an der Geschicklichkeit jedes einzelnen Hobby-Instrumentenbauers, ob solche alten Instrumente die heutige Volksmusik wieder bereichern werden. Und mir bleibt nur noch viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen zu wünschen.

Rudolf F. Klapka, Wien 2007

Inhalt

  1. Die Herstellung der Rohrblätter (Tonerzeuger) und Stimmen des Instruments
    • Idioglottes (aus einem Teil bestehendes) Rohrblatt
    • Heteroglotte (zusammengesetzte) Rohrblätter
      Vorgehen bei der Herstellung eines heteroglotten Rohrblattes
    • Die Herstellung des Röhrchens (Rohrblattkörpers) für eine Melodiepfeife in »Es«-, »F«- und »G«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »Es«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »Es«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Die Herstellung des Blättchens für eine Melodiepfeife in »Es«-, »F«- und »G«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »F«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »F«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »G«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »G«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
  2. Das Einrichten eines neuen Blättchens
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »Es«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »F«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »G«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
  3. Das Einrichten eines Röhrchens
  4. Vorgehen bei der Überprüfung und dem Nachstimmen einer neuen Melodiepfeife mit einem neuen Rohrblatt
  5. Rohrblätter für eine Basspfeife blasebalgbetriebener Dudelsäcke
    • Herstellung des Rohrblattes für eine Basspfeife mit »Es«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »Es«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »Es«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »Es«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
    • Erzeugung eines Rohrblattes für eine Basspfeife mit »F«- und »G«-Stimmung«
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »F«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »F«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »F«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »G«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »G«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »G«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
  6. Rohrblätter für mundgeblasene Dudelsäcke
    • Die Herstellung eines Rohrblattes für die Melodiepfeife eines mundgeblasenen Dudelsacks in »B«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »B«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »B«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Melodiepfeife in »B«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
    • Das Rohrblatt für eine Basspfeife in »B«-Stimmung
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »B«-Stimmung – Abmessungen des Röhrchens
    • Rohrblatt für eine Basspfeife in »B«-Stimmung – Abmessungen des Blättchens
  7. Grifftabelle der Dudelsäcke aus Böhmen und Mähren (mit geschlossener Griffweise)
  8. Verlagsanhang

Autor:innen

Pavel Číp

Pavel Číp ist ein wahrern Meister der traditionellen Handwerkskunst. Pavel wurde 1944 in Zubří geboren und ist in der Welt der traditionellen Musikinstrumente und Handwerkskunst zu Hause.

Schon in seiner Kindheit war Pavel von Holzarbeiten fasziniert, und er hat diese Leidenschaft nie losgelassen. Er absolvierte die Střední průmyslovou školu in Vsetín und erwarb im Laufe der Jahre ein profundes Wissen in der Holzbearbeitung. 1978 erhielt er seine offizielle Qualifikation in der Holzverarbeitung und wurde zum “Meister der Volkskunst” ernannt.

In den 70er und 80er Jahren arbeitete Pavel im Ústředí lidové umělecké výroby und schuf traditionelle Holzgegenstände, von rauchgeschwärzten Holzgefäßen bis hin zu volkstümlichen Spielzeugen, Figuren und Pfeifen.

Was ihn jedoch wirklich auszeichnet, ist seine Leidenschaft für traditionelle Musikinstrumente, insbesondere die Dudelsäcke. Gemeinsam mit dem Musiker und Hersteller traditioneller Instrumente Joža Orság Vranický plante er die Rekonstruktion traditioneller mährischer Dudelsäcke. Aber Pavel setzte diese Vision erst nach Vranickýs Tod um. Mit akribischer Recherche und Konsultationen von Experten gelang es ihm schließlich im Jahr 1985, seine ersten mährischen Dudelsäcke für die Folkloregruppe Javořina herzustellen.

Heute führt Pavel sein Handwerk in der Familienfirma Pavel Číp & synové in Zubří fort. Dort stellt er nicht nur moderne Dudelsäcke und Gajd her, sondern widmet sich auch der Restaurierung historischer Dudelsäcke. Darüber hinaus fertigt er Flöten, Pfeifen aus Tierhörnern und Doppelschallmeyern. Einzigartig ist seine Produktion von hölzernen Zobelflöten, die er seit 1995 als einziger in Tschechien herstellt.

Pavel Číp ist ein wahrer Schatz in der Welt der traditionellen Musik und Handwerkskunst. Sein Wissen und seine Hingabe sind von unschätzbarem Wert für diejenigen, die sich für diese alten Klänge und die Kunst der Holzbearbeitung interessieren.

Rudolf F. Klapka

Geboren 1958 in der Tschechoslowakei, hat er eine bewegte Geschichte. Seine Kindheit verbrachte er in Mähren, Iglau und Königgrätz, und die Wochenenden in Slatiňany, wo er Abenteuer erlebte.

Seine handwerklichen Fähigkeiten entwickelte er in Gablonz an der Neiße als Graveur. Nach seiner Matura studierte er in Turnov.

1981 floh er nach Österreich, lebte über 22 Jahre in Wien und zog schließlich nach Niederösterreich, wo er mit seiner Frau Eef in Landegg lebt.