Mechthild von Magdeburg – O edeler arn

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Gesänge der Minnesängerin Gottes mit Melodien von Frank S. Wunderlich

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ISBN: 978-3-927240-92-6 Artikelnummer: OEA Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

Entdecke “O edeler arn”, ein faszinierendes Werk, das die geistigen und poetischen Gesänge von Mechthild von Magdeburg, einer bedeutenden Mystikerin und Begine, in den Mittelpunkt stellt. Dieses Liederheft enthält ausgewählte Vertonungen, die Mechthilds tiefgründige Einblicke in das spirituelle Leben des Mittelalters musikalisch neu interpretieren und ihre einzigartigen Perspektiven auf göttliche Liebe und menschliche Sehnsucht zugänglich machen.

Herkunft und Bildung einer mittelalterlichen Mystikerin

Die Begine und Mystikerin Mechthild von Magdeburg entstammt einer wohlhabenden, vermutlich hochadligen Familie aus dem Raum um Magdeburg oder Halberstadt. Sie erhielt eine gute Bildung, die sich im Wort- und Bilderschatz der höfisch-ritterlichen Welt ausdrückt.

Geistliche Berufung und Bildung

Mit zwölf Jahren entschied sie sich für ein geistliches Leben. Um 1230 schließt sie sich der Armutsbewegung an. Ermutigt durch ihren geistlichen Lehrer, Heinrich von Halle, verschriftlicht sie ihre mystischen Erfahrungen.

Schaffensperiode und Rückkehr

Es entstehen sechs Bücher ihres einzigen Werkes: Das fließende Licht der Gottheit in der Gestalt von Dialogen, Allegorien, sowie Minnelyrik in Form von Liedern und Gesängen. Um 1260 kehrt sie aufgrund andauernder Konflikte zwischen dem Stadtklerus und der Armutsbewegung zunächst zu ihrer Familie zurück und wird später in die Zisterzienserinnengemeinschaft in Helfta aufgenommen. Um 1270 entsteht ihr siebtes und letztes Buch.

Minnesängerin Gottes

Dieses Liederheft “O edeler arn” beinhaltet zehn Gesänge in Neuvertonungen – unter anderem im Stil ihrer Vorläuferin Hildegard von Bingen. Minnesänger besangen das Liebesverlangen aus männlicher Perspektive. Hier bemächtigt sich eine Frau dieser Ausdrucks formen und so kann Mechthild zu Recht als eine Minnesängerin Gottes bezeichnet werden.

Erlebe Mechthilds Vision in Musik

Lass Dich von der einzigartigen Verbindung zwischen mittelalterlicher Mystik und zeitgenössischer Musik verzaubern. Dieses exklusive Liederheft “O edeler arn” bietet Dir nicht nur eine seltene Gelegenheit, in die tiefgründigen geistlichen Lieder Mechthilds von Magdeburg einzutauchen, sondern präsentiert diese in einer modernen musikalischen Interpretation, die sowohl die historische Authentizität bewahrt als auch zeitgemäß resoniert.

Indem Du “O edeler arn” erwirbst, erwirbst Du nicht nur Musik, sondern ein Stück lebendige Geschichte. Perfekt für Liebhaber der historischen Musik sowie für jene, die eine tiefe spirituelle Erfahrung suchen. Hol Dir Dein Exemplar heute und lasse die Kraft und Schönheit von Mechthilds Poesie und deren musikalische Umsetzung Dein Herz berühren.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,190 kg
ISBN-13 978-3-927240-92-6
GTIN 9783927240926
Seiten ca 40
Format A4
Produktform Buch
Produktsprache Deutsch

Vorwort

Mechthild, eine Minnesängerin Gottes? Das klingt nach einer gewagten These. Doch Mechthild wurde bereits von Hildegund Keul schon als Troubadoura Gottes bezeichnet (Mechthild von Magdeburg, die Troubadoura der Gottesminne – dem Geheimnis des Lebens auf der Spur. In: Lebendiges Zeugnis 55. Jg. Heft 4 (2000), 259-270).

Eine Tradition von Minnesängerinnen ist bisher im deutschsprachigen Raum unbekannt. Zwar gibt es in der Forschung Diskussionen, ob es nicht doch weibliche Minnesänger gegeben hätte, insbesondere am Beispiel des in der Handschrift A (sog. ‚Kleine Heidelberger Liederhandschrift’) überlieferten Namens ‚Gedrut’ (= bair. Gertrud). Günther Schweikle konstatiert: „Dichterinnen sind im mhd. Minnesang nicht nachweisbar. Evtl. gab es vortragende Frauen. Eine solche Sängerin, vielleicht aber auch die Besitzerin eines Liederbuches, könnte sich hinter dem Namen Gedrut in Hs. A verbergen“ (Schweikle, Günther – Minnesang – 2., korrigierte Auflage, Stuttgart 1995, S. 104). Frauen, die gedichtet und ‚komponiert’ haben, sind allerdings bezeugt.

Mechthild könnte man vielleicht als mittleres Glied des Mystikerinnen-Dreigestirns Hildegard von Bingen (12. Jh.) und Birgitta von Schweden (14. Jh.) bezeichnen. Sie unterscheidet sich von beiden insofern sie nicht in lateinischer Sprache dichtete, sondern in ihrer Muttersprache. Das berechtigt die These, dass sie nicht nur als „Troubadoura Gottes“, sondern auch als „Minnesängerin Gottes“ bezeichnet werden könnte.

Verblüffend ist auch, dass die Überliefungslage ihrer schriftlichen Zeugnisse vergleichbar ist mit denen deutschsprachiger Lyriker des 12./13. Jahrhunderts. Bekannt sind bisher nur Textzeugen ihres Werkes aus dem 14. Jahrhundert, bzw. aus dem oberdeutschen Bereich und steht nahezu raum- und zeitgleich mit den großen Minnesängerhandschriften A, B und C, und zudem nur in Form von Leselyrik. Minnesang ist weitgehend nur als Leselyrik überliefert, vor allem durch die großen Sammelhandschriften, wie z. B. in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, zusammengestellt in Zürich in der ersten Hälfte des 14. Jhd.. Dieses Schicksal teilt Mechthild also mit vielen ihrer mittelhochdeutschen Dichterkollegen. Musikalische Aufzeichnungen ihrer Gesänge sind nicht nachweisbar.

[…]

Inhalt

  1. Vorwort
    1. Mechthild von Magdeburg — Minnesängerin Gottes
    2. Mechthilds Leben
    3. Das fließende Licht der Gottheit
  2. Lieder
    1. Ich sturbe gern von minnen (Buch II 2)
    2. O edeler arn (Buch II 2)
    3. Ein sang der sele zuo gotte (Buch II 5)
    4. Ein widersang gottes (Buch II 6)
    5. Von der klage der minnenden sele (Buch II 25)
    6. Von dem bovmgarten (Buch II 25)
    7. Von zwein ungelichen wegen (Buch IV 4)
    8. Dis ist der minnenden sele klage (Buch VII 31)
    9. Einen berg han ich gesehen (Buch II 21)
    10. Anhang: Dy minne (vgl. Buch I 11)
  3. Neuhochdeutsche Übersetzungen
  4. Anmerkungen
  5. Danksagung
  6. Literatur und Bildnachweis

Autor:in

Frank S. Wunderlich

… in Gießen/Oberhessen geboren, studierte 1981 bis 1986 Philosophie, Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt am Main und Würzburg. Seit 1988 lebt er am Untermain, zu nächst in Großheubach am Main, jetzt in Lützelbach (Odenwald).

Seine große Zuneigung zur Musik des Mittelalters begleitet ihn seit der Schulzeit. Er ist Mitglied u. a. in den Ensembles ‘Bluomenrot’ und ‘Vrouwenheide’. Er wirkte bei diversen Einspielungen mittelalterlicher Musik mit und wurde 2005 auf Burg Falkenstein in der Oberpfalz zum “Minnesänger des Jahres” gekürt, ebenso erhielt er beim 2. Falkensteiner Minneturnier 2007 im Ostharz den Siegespreis. In den letzten Jahren entstanden mehrere Liederzyklen von Minne sängern des 13. Jahrhunderts (Von Obernburg und Reinmar von Brennenberg).

Hier folgt nun eine weitere Sammlung von einer „Troubadoura der Gottesminne“. Im Rahmen eines Aufbaustudiums in Pastoralpsychologie beschäftigte er sich mit den Texten der Begine und Mystikerin Mechthild von Magdeburg und wurde auf die darin enthaltenen Lieder aufmerksam. Diese Lieder mögen ein belebendes Geschenk für die Gegenwart sein.