50 Melodien

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für die mittelalterliche Sackpfeife und andere Instrumente

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ISBN: 978-3-927240-91-9 Artikelnummer: 50M Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

Nach dem großen Erfolg der Sackpfeifen-Fibel, dem ersten umfassenden Lehrbuch für die mittelalterliche Sackpfeife, freuen wir uns, eine bahnbrechende neue Notensammlung “50 Melodien” vorzustellen. Diese Kollektion verspricht, das Repertoire jedes Musikers mit frischen Melodien und neuen Anregungen zu bereichern.

Von der Idee zur Realisation

Initiiert von den renommierten Musikern Brian Haase (FABULA) und Thomas Zöller (ehemals Estampie), entstand die Sammlung “50 Melodien” als Antwort auf den deutlich spürbaren Mangel an qualitativ hochwertigem Notenmaterial für mittelalterliche Instrumente. Ihre Zusammenarbeit an der Dudelsack-Akademie in Hofheim, gepaart mit dem Wunsch, eigene Spieltechniken und musikalische Ideen zu teilen, führte zur Kreation dieser einzigartigen Notensammlung. Über fast ein Jahr hinweg sammelten, arrangierten und perfektionierten sie Material, unterstützt durch den Rat von Kollegen zu spezifischen Repertoirefragen.

Ein Kaleidoskop an Melodien

Im Zentrum dieser Sammlung stehen “50 Melodien” für die mittelalterliche (Markt-)Sackpfeife, entnommen aus dem reichen traditionellen Repertoire der Bretagne, Irlands, Italiens, des Balkans und Schottlands. Neben diesen traditionellen Juwelen finden sich auch Lieder aus den Cantigas de Santa Maria und innovative Kompositionen der Autoren sowie anderer Musiker. Alle Stücke wurden von Thomas Zöller und Brian Haase aufgenommen und sind über eine Online-Datenbank zum Anhören und Nachspielen verfügbar.

Über die Notation

Die Sammlung “50 Melodien” setzt auf das bewährte Verzierungssystem der Sackpfeifen-Fibel, das nicht nur leicht verständlich, sondern auch flexibel auf andere Instrumente wie Drehleier oder Schalmei übertragbar ist. Dies erlaubt es, die Verzierungen nach Bedarf zu modifizieren oder wegzulassen, was die Universalität der Sammlung unterstreicht.

Mehrsprachige Erläuterungen

Alle Texte und Erläuterungen in “50 Melodien” sind sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache verfügbar, um eine breite Zugänglichkeit zu gewährleisten. Zudem ist die Veröffentlichung weiterer Bände geplant, um das Repertoire kontinuierlich zu erweitern.

Diese Notensammlung “50 Melodien” stellt somit nicht nur eine Bereicherung für die musikalische Praxis dar, sondern auch eine unverzichtbare Ressource für das Studium und die Aufführung mittelalterlicher Musik. Sie lädt Musiker dazu ein, ihr Repertoire zu erweitern und tief in die musikalischen Traditionen Europas einzutauchen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,220 kg
ISBN-13 978-3-927240-91-9
GTIN 9783927240919
Seiten ca 40
Format A4
Produktform Buch
Zolltarifnummer 49019900

Vorwort

Die Idee

Im Rahmen unserer Arbeit an der Dudelsack-Akademie begegnen wir, Brian und Thomas, uns mehrmals wöchentlich. Wir tauschen uns aus, sprechen über die letzten Konzerte und schmieden gemeinsam neue Pläne. Im Herbst 2009 wurde so die Idee zu der nun vorliegenden Notensammlung geboren. Heute, etwa ein Jahr später, ist unsere erste Sammlung von 50 Stücken für die Sackpfeife (und andere Instrumente) vollendet.

Über diese Sammlung

Das derzeit gängige Repertoire der Sackpfeife besteht aus einem bunten Mischmasch an traditionellen und modernen Stücken. Dabei ist oftmals unklar, welchen Ursprung diese Stücke eigentlich haben. Im Rahmen unserer Nachforschungen stießen wir folglich auf einige Ungereimtheiten. Zum einen waren manche Stücke gar nicht historischen Ursprungs, sondern tatsächlich moderne Kompositionen. Zum anderen fanden wir Stücke, die aus bestehenden Folktraditionen übernommen wurden und die nun unter neuem Fantasienamen gespielt werden.

Mit der nun vorliegenden Sammlung wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen. Deshalb beinhaltet sie nicht nur Noten, sondern auch Hintergrundinformationen zu den Stücken, zu deren Ursprüngen, den Komponisten etc.

Zur Notation

Im Sommer 2009 veröffentliche Thomas gemeinsam mit dem Verlag der Spielleute die Sackpfeifen-Fibel. Ein elementarer Bestandteil dieses Lehrbuchs ist das Verzierungssystem, das wir auch für diese Notensammlung verwenden. Auch wenn wir uns beim Platzieren der Verzierungsnoten durchaus Gedanken gemacht haben, musst Du diese natürlich nicht genauso übernehmen. Fühl Dich also frei, die Verzierungsnoten Deinem eigenen Stil anzupassen.

Des weiteren über- oder unterschreiten einige der von uns ausgewählten Stücke den Tonumfang der Schalmei. An den betreffenden Stellen haben wir die Melodien deshalb so umgeschrieben, dass Du sie auf der Sackpfeife spielen kannst. Die „Originalversion“ haben wir zusätzlich in einem orangen Farbton abgedruckt. Solltest Du also ein Instrument spielen, das einen größeren Tonumfang zu bieten hat, kannst Du auch dem Originalverlauf des Stücks folgen.

In einigen Stücken haben wir Vorschläge in Klammern gesetzt, das sieht dann so aus: () Dies hat den Hintergrund, dass man den an dieser Stelle angegebenen Vorschlag nur manchmal spielen kann, abhängig davon, von welchem Teil des Stückes (A, B, C oder D) man gerade kommt. Wenn ein solcher „Vorschlag“ in einem Stück vorkommt, sind zusätzliche Infos hierzu in den Hintergrundinformationen zu diesem Stück angegeben.

Für Spieler anderer Dudelsäcke bzw. Instrumente

Die in dieser Notensammlung enthaltenen Stücke sind natürlich auch auf anderen Dudelsäcken bzw. Instrumenten wie Drehleier, Nyckelharpa etc. spielbar. Sofern man die Melodien also nicht auf der Übungspfeife, dem Übungsdudelsack oder auf der Sackpfeife selbst spielen will, lässt man die Verzierungsnoten einfach weg bzw. ersetzt diese instrumentenspezifisch.

Abschließende Worte

Unser Dank gilt Jochen Eßrich, Allan MacDonald of Glenuig, Werner Rindle und Ernst Schwindl, die uns ihre Kompositionen zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt haben. Des weiteren gilt folgenden Personen unser Dank, die uns im Hinblick auf die Inhalte dieser Sammlung ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung gestellt haben: Clemens Bieger, Tristan le Govic, Rob Bester, Tom Kannmacher, Masaki Kato, Meike Michel, Nicola Kownatzky, Jürgen Leo, Mattia van Dienst und der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden.

Besonderen Dank gilt den Brüdern Frank und Stefan Wulff. Die Mitglieder der Band OUGENWEIDE haben uns den „Merseburger Zauberspruch“ und den „Pferdesegen“ zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die 1970 gegründete Band hat im Bereich des „Mittelalter-Rock“ sehr viel Pionierarbeit geleistet und ist heute noch Vorbild und Inspiration für viele Bands und Musiker.

Dir, dem Leser und Musiker, wünschen wir nun hiermit viel Freude mit unserer ersten Notensammlung.

Mit den besten Wünschen,
Brian und Thomas im Herbst 2010

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Preface to this music collection
  3. Schottland & Irland/Scotland & Ireland
    • Mary‘s dream
    • Bumpth on Theats
    • Eagle‘s Whistle
    • Gravel Walk
    • Follow me up to Carlow
    • Glass of Beer
    • Spancil Hill
  4. England
    • Nonesuch
    • The Bold Poachers
    • Goddesses
  5. Flandern/Flanders
    • Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren
  6. Deutschland/Germany
    • Nordlicht
    • Riementanz
    • Maienzeit
    • Pferdeberg
    • Hohenfels
    • Saitenhieb
    • Lebenswecker
    • Merseburger Zauberspruch
    • Zwergentanz
    • Kathys Reise
    • Pferdesegen
    • Karavan
    • La Douleur de la Rose
    • Une valse arabesque
  7. Bretagne/Brittany
    • Kas a-barh
    • An Alarc‘h
    • An Dro
    • Hanter Dro
    • Laridé
  8. Frankreich/France
    • Branle des chevaux
    • Bourrée
    • Douce Dame Jolie
  9. Spanien/Spain
    • Cantiga Nr. 1
    • Cantiga Nr. 26
    • Cantiga Nr. 77
    • Cantiga Nr. 100
    • Cantiga Nr. 119
    • Cantiga Nr. 166
    • Cantiga Nr. 139
    • Cantiga Nr. 353
    • Pase el agoa ma Julieta dama
  10. Italien/Italy
    • Schiarazula Marazula
    • Saltarello
  11. Ungarn/Hungary
    • Haiduckentanz
    • Ungarischer Tanz
    • Ungarescha
  12. Balkan/The Balkans
    • Buka Ere 1
    • Buka Ere 2
    • Lute Lute
  13. Liederinfos
  14. Information about the songs

Autor:innen

Thomas Zöller

Thomas Zöller entdeckte bereits früh seine Liebe zur Dudelsack- und Bordunmusik. Auf dem Sommermusikfest von Rüdiger Oppermann wagte er 1995 erste Schritte auf einem französischen Dudelsack und der Drehleier.

Der Klang der schottischen Great Highland Bagpipe brachte ihn 1996 dazu, sich intensiv mit diesem Dudelsack und dessen Repertoire auseinanderzusetzen. Über die Jahre kamen Scottish Smallpipes und Borderpipes hinzu. Deren tonale Möglichkeiten erweiterte er in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Nigel Richard mithilfe von Klappen.

Auf seinen Instrumenten versteht er sich als Grenzgänger, der das traditionelle Repertoire auslotet und dabei stets nach neuen Wegen und Klangfarben sucht. Von 2002-2005 studierte er schottische Musik mit dem Hauptfach Great Highland Bagpipe an der Royal Scottish Academy of Music and Drama  sowie dem National Piping Centre in Glasgow, Schottland. Er ist der erste Festlandeuropäer, der diesen staatlich anerkannten Studiengang erfolgreich absolviert hat.

Seine musikalischen Aktivitäten reichen von mittelalterlicher Musik bis hin zu Pop-Produktionen. Als festes Bandmitglied, Gast- oder Studiomusiker spielte er unter anderem mit und für: Adelante, Adversus, Andras Zauberband, Anna-Maria Kaufmann, Às a‘ Phìob, ASP, Chieftains, Estampie, Fabula, HOMEBOUND, Otterflug, Qntal.

Seit 2007 konzipiert er als künstlerischer Leiter das Interkeltische Folkfestival, dass für mehrere, aufeinanderfolgende Tage international renommierte Musiker der Folkszene nach Hofheim a. Ts. führt.

Im Sommer 2005 gründete er die Dudelsack-Akademie, die erste professionelle Dudelsackschule Deutschlands. Diese sieht ihre Aufgabe darin, Kultur anstatt Klischee, Interpretation anstatt Imitation zu vermitteln. Sie versteht sich als deutsches Zentrum für verschiedene, europäische Dudelsacktraditionen und vermittelt diese im Rahmen von Einzel-, Gruppenunterricht und Workshops. Gemeinsam mit dem Zentrum für gälische Sprache und Kultur in Bonn organisiert sie die Winterschule Stòras Òran.

Brian Haase

Brian Haase, bekannt unter seinem Künstlernamen Briantanus, ist eine vielseitige Persönlichkeit in der Welt der traditionellen Musik, insbesondere im Bereich des Mittelalter- und Folk-Musik. Seine musikalische Reise begann 1995 mit der Gründung der Mittelalter-Mystik-Folk Band FABULA AETATIS. Er ist nicht nur in klassischer Blockflöte, Gitarre und Percussion (unter Said Ibrahim) ausgebildet, sondern hat sich auch als Autodidakt auf der mittelalterlichen Sackpfeife spezialisiert.

Sein Talent und seine Leidenschaft für die Musik führten ihn zu verschiedenen Projekten und Bands. Ein markanter Abschnitt seiner Karriere war seine Zeit bei der Band Cultus Ferox, die er 2002 mitbegründete und bis 2005 prägte. Diese Phase war sowohl prägend als auch richtungsweisend für Brian. Seit 2006 ist er wieder mit FABULA (Aetatis) aktiv.

Brian hat sich durch die Zusammenarbeit mit anderen Musikern, wie Thomas Zöller, eine umfassende Expertise und neue Spieltechniken der mittelalterlichen Sackpfeife angeeignet. Er lehrt seit 2008 an der Dudelsack-Akademie und hat sich dort eine besondere Sichtweise und Beziehung zu diesem historischen Instrument erarbeitet.

Zu seinen Projekten gehören GRAFENWIND, eine Kollaboration mit Joachim Schiefer und Thomas Zöller, sowie ELISIR, ein Studio- und CD-Projekt mit TEC, das Stilrichtungen wie AmbientFolk, Soundtrack, Elektronik und Trance umfasst.

Brian gilt als einer der führenden Dudelsackspieler der Mittelalterszene. Er hat seine Fähigkeiten und Kenntnisse durch intensive Selbststudien und Spielpraxis erweitert. Er ist nicht nur ein erfahrener Performer, sondern auch ein engagierter Lehrer, der sein Wissen und seine Leidenschaft für die Sackpfeife an der Dudelsackschule Dresden und der Dudelsack-Akademie in Hofheim am Taunus weitergibt.

Sein Engagement im Bereich der traditionellen Musik zeigt sich auch in seiner Beteiligung an zahlreichen Tonträgern und der Veröffentlichung der Notensammlung “50 Melodien für die Sackpfeife Band 1” zusammen mit Thomas Zöller. Seine leidenschaftliche Forschung und Arrangements traditioneller Stücke tragen dazu bei, die Dudelsackmusik in Deutschland zu beleben und weiterzuentwickeln.